Ausflug ans Meer

Lange hatten wir den Ausflug geplant und uns darauf gefreut. Dann kam endlich der Tag, an dem wir unsere "erste Schulreise" machen wollten. Es sollte ans Meer gehen. So fuhren wir dann am Morgen schon sehr früh los. Auf der Hinfahrt fuhren wir die ganze Zeit übers Land. Es war eindrucksvoll, wie sich die Landschaft immer wieder neu veränderte. Die schroffen Felsen wichen einer sanfteren, hügeligen Landschaft. Man spürte förmlich die Nähe Spaniens. In Tautavel machten wir Rast, um uns einen Weinkeller anzusehen. Doch wir konnten nicht sehr viel ansehen, da die Weinlese im vollen Gange war und die Arbeiten auf Hochtouren liefen. So schauten wir uns nur die kleine Ausstellung an, bei der die einzelnen Etappen des Weinbaues in kleinen Schaufenstern dargestellt waren. Danach besuchten wir das Prähistorische Museum, das dem "Homme de Tautavel" gewidmet war. Dort wurde der erste Europäer, der vor etwa 450000 Jahren gelebt hatte, gezeigt. Es war sehr eindrucksvoll gemacht, mit vielen Videogeräten und einer nachgebauten Höhle. Es war wirklich schön, aber ich wollte dann doch endlich ans Meer. So fuhren wir los und hielten zwischendurch zweimal an. Einmal, um uns die verschiedenen wilden und aromatischen Kräuter anzusehen, und einmal, um uns ein Mittagessen zu kaufen. Doch dann ging es nonstop zum Meer.


Als wir ankamen, war mein erster Gedanke: "Waauu", so beeindruckend! Da es ein sehr heisser Tag war, sprangen wir alle sofort ins Wasser, welches herrlich warm war. Zum Glück ging der Sandstrand bald in tiefere Stellen über, nicht so, wie an der Nordsee, wo man lange im knöcheltiefenWasser waten muss, bevor man schwimmen kann. Am Ufer durfte man nicht zu sehr herumtoben, da es kleine giftige Fischlein haben könnte. Diese Fischlein sind im Sand eingegraben und sehr scheu und müssen Zeit zum fliehen haben, ansonsten könnte man auf die giftigen Stacheln an der Rückenflosse treten, was für einen ganzen Tag unheimliche Schmerzen verursachen könnte. Nach der ersten Abkühlung gab es Mittagessen. Danach ging es wieder ins Wasser. An diesem Tag war es wirklich sehr heiss, ideal fürs Strandleben. Nach zirka zwei Stunden fuhren wir zu einem anderen "Strand". Es war kein Sandstrand, sondern eine Felsenküste. An einer kleinen Bucht blieben wir dann.


Es gingen diesmal nicht alle ins Wasser. Man musste dort nämlich sehr aufpassen, dass man nicht auf Seeigel trat. Dennoch wagten sich einige ins Wasser und schwammen eine grosse Strecke zurück, bis zu unserem Parkplatz, an dem sich auch ein kleiner Sandstrand befand. Unsere Reise führte uns dann an einen Ort, wo sehr viele Muscheln gezüchtet werden. Dort besuchten wir einen Laden und bestellten "Huitres" (Austern) zum Probieren. Wir Jugendlichen, die dies nicht kannten, wollten nicht versuchen. Doch wir wurden so lange "gequält", bis wir dann doch fast alle probierten. Ich selbst habe eigentlich fast gar nichts geschmeckt, denn ich habe das Zeug voller Ekel runtergeschluckt. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es Liebhaber von so schleimigem Zeug gibt. Vielleicht schmeckt es ja wirklich, aber mir war es zu fremd. Nach der Muscheldegustation ging es an einen weiteren Strand. Dort wollte fast keiner mehr baden, da es inzwischen Abend wurde. Wir suchten uns ein kleines gemütliches Restaurant und fanden bald eines am Meer. Es war wirklich schön, so direkt am Meer zu essen. Man konnte hinaus aufs Meer schauen, was schwarz und irgendwie geheimnisvoll wirkte. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Für mich war dies bisher das schönste Erlebnis.

Friederike


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