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Marokkoreise

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Es war soweit. Nach langem planen und besprechen wollte unsere Gruppe,
bestehend aus acht Schülern, drei Lehrern und drei Praktikantinnen,
eine knapp dreiwöchige Reise nach Afrika machen.
Es stand uns eine ungefähr 1'400 km lange Autofahrt von
Frankreich über Spanien - Andalusien, dann eine Fahrt mit der
Fähre über das Mittelmeer bevor. Auf afrikanischem Boden
sollte uns auf einer Rundfahrt durch Marokko eine völlig andere
Kultur nahe gebracht werden. Ich persönlich betrachtete dieses
"Abenteuer" eher mit Angst und Schrecken als mit Vorfreude.
In Gedanken sah ich schon die Szene, wie unsere Busse mit Motorschäden,
ohne Benzin und halb von Sand verdeckt in der heissen Wüste stehen
blieben, wie wir mit kaum noch Wasservorräten nur noch auf ein Wunder
hoffen konnten, wie wir in der sengenden Sonne gegen Schlangen und
Skorpione kämpften und so weiter. Na ja, meine Phantasie malte
schon lange vor Beginn der Reise die schönsten Horrorszenarien.
Also stieg ich mit gemischten Gefühlen am 2. Mai morgens um 6 Uhr
in einen der beiden Busse. Unsere Tour ging an diesem Tag von Frankreich
über Barcelona, Valencia, Alicante, Murcia bis in die Gegend von
Vera, wo wir auf einem Campingplatz nahe am Mittelmeer unsere Zelte
aufschlugen. Insgesamt führen wir etwa 1'200 km und erreichten
gegen 20 Uhr unser Nachtlager, welches komfortabel war. Mein erster
Eindruck von Spanien war: Touristen an allen Ecken, hässliche
Betonhotels und Ferienhäuser, mehr Ausländer als Einheimische.
Aber neben diesen negativen Eindrücken gab es natürlich noch die
positiven: eine wunderschöne, ursprüngliche Natur, durchzogen von
Oliven-, Pinien-, Orangen-, Mandarinen- und Zitronenbäumen.
Nach einer recht erholsamen Nacht, nach der gestrigen doch ziemlich
nervenaufreibenden Fahrt, ging es am nächsten Morgen gegen 9.30 Uhr los.
Wir verliessen unseren Campingplatz nachdem wir Zelte, Tische und Gepäck
wieder verladen hatten und fuhren weiter nach Andalusien hinein. Nachdem wir
viele Stunden durch die Sierra Nevada gefahren waren, (wir wählten
diese lange Tour an Stelle der wesentlich kürzeren Autobahn, wegen
der beeindruckenden, bergigen Landschaft,) kamen wir gegen Nachmittag auf
dem recht kühlen, 20 km von Granada entfernten Zeltplatz an. Der
nächste, eiskalte Morgen (von wegen südliches Spanienklima)
brach an, und heute am 3. Tag stand die Besichtigung von Granada auf dem
Programm. Diese von Poeten und Sängern in höchsten Tönen
gelobte Stadt, hatte eine wunderschöne Altstadt, umgeben von einer
herrlichen Natur. Die Schattenseite waren die Souvenirläden und die
typisch touristische Aufmachung, die jegliche ursprünglich Atmosphäre
zerstörte. Am Abend besuchten einige von uns noch eine Flamenco Vorstellung,
die, wie sie berichteten, wohl ausgesprochen gut gewesen sein muss.
Am nächsten Tag sollte es dann endlich soweit sein: Die Ueberfahrt nach Afrika.
Nachdem ein Besuch der englischen Kolonie Gibraltar wegen eines fehlenden
Visums einer Schülerin nicht stattfand, setzten wir sehr schnell von
Algeciras über. Die Fähre war wirklich luxuriös. Die
Ueberfahrt dauerte gut 30 Minuten und endlich betraten wir afrikanischen
Boden. Vorerst befanden wir uns noch in einer spanischen Kolonie, in
Ceuta, doch sehr bald kamen wir an die Grenze und an den Zoll von Marokko.
Was wir dort sahen, wird wohl allen lebenslang in Erinnerung bleiben. Es war
wirklich wie im Film. Das totale Chaos. Alles ging wahnsinnig langsam vor sich.
Arme, etwas sonderliche Menschen, versuchten Dinge über die Grenze zu
schmuggeln, was die Zöllner jedoch zu verhindern wussten. Wo man hinsah
nur Menschengewimmel, Krach, Müll und Gestank. Für uns
Mitteleuropäer ist so etwas echt ungewohnt und doch faszinierend.
Die erste Nacht in Afrika schliefen wir auf einem Campingplatz in Tetouan.
Langsam wurde das Klima so, wie man es sich für südliche Länder
vorstellt. Für mich fing die Reise erst jetzt richtig an. Ich freute mich
in Marokko zu sein und ich war gespannt, was uns dieses Land und diese Kultur
noch zu bieten hatte.
Am nächsten Tag fuhren wir durch das Rifgebirge (Kiffgebirge) bis kurz vor
Casablanca. Da es einige schauerliche Geschichten über Haschisch und deren
aufdringliche bis kriminelle Händler gibt, war es uns unterwegs nicht ganz
wohl. Fast alle 500 Meter wurde uns vom Strassenrand zugewunken, um anzuhalten
und eben Kiff zu kaufen. Die Natur war jedoch zauberhaft und die Fahrt durch
das Rif war schlussendlich problemlos und hatte sich gelohnt.
Am folgenden Tag fuhren wir über Casablanca nach Marrakesch. In Casablanca
bewunderten wir die riesige Moschee. Da viele Schüler Geld wechseln wollten,
irrten wir noch eine Weile durch die Stadt. Da aber Sonntag war, fanden wir keine
Bank die offen war und so musste der Geldwechsel auf den nächsten Tag
verschoben werden. Kurz vor Marrakesch fanden wir einen angenehmen Zeltplatz.
Am Abend erlebten wir zum ersten Mal richtiges afrikanisches Treiben. Wir fuhren
in die Stadt und machten einen ersten kurzen Abstecher in die Souks. Es war
wirklich beeindruckend. Winzige Läden waren dicht aneinander gereiht,
es war total eng und die Händler redeten wie wild auf uns ein. Ausserhalb
der Souks, die wie ein Dorf für sich waren, übrigens die ausgedehntesten
des Landes, befand sich ein grosser Platz: "Place Djemaa El Fna". Darauf
befand sich eine riesige Menschenmenge und in der schwach beleuchteten Dunkelheit
bestaunten wir Feuerschlucker, Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler
und Gruppen, die wildeste afrikanische Musik machten. Ueberall war etwas los. Da
wir allmählich Hunger hatten, begaben wir uns zu einem der vielen
Essensstände, kosteten die verschiedensten marokkanischen Spezialitäten
und tranken den typischen, starken Pfefferminztee, genannt: "Whisky
maroccaine". Die Benützer der breiten Strassen schienen im übrigen
keinerlei Regeln zu kennen. Als wir auf dem Rückweg zu unserem Bus eine
solche überqueren wollten, schien dies fast unmöglich: Ueberall hupende
Autos, zahllose Esel, wild gestikulierende Radfahrer und so weiter. Eigentlich
gab es für uns nur einen Weg die andere Seite zu erreichen: Einfach gehen,
besser nicht links und rechts schauen und beten, dass man heil die andere Seite
erreichen kann. Na ja, es gelang und niemand erlitt Schaden.
Der nächste Tag war auf jeden Fall, wenigstens bis jetzt, für mich
der allerbeste. Wir schliefen aus und genossen, mehr oder weniger, das für
uns Mitteleuropäer wahnsinnig heisse Klima. Die Sonne "knallte"
förmlich vom Himmel. Am Nachmittag fuhren wir mit einem Führer
nochmals in die Innenstadt von Marrakesch, um noch tiefer in die Souks hinein
zu gehen. Ohne Führer kann man sich dort regelrecht verlaufen. Es war echt
unglaublich, aber auch sehr ermüdend. Die Souks sind eine Welt für
sich. Ist man einmal drinnen, kommt man nicht mehr so leicht wieder raus.
Winzige Läden, Menschenchaos, überall Krach und Händler, die
ihre Waren in den höchsten Tönen anpreisen. Es gab Stoffe,
Silberschmuck, Keramik, Kleider, Teppiche, Gewürze aller Art, Süssigkeiten,
Lebensmittel, Lederwaren, Holz- und andere Handarbeiten, Souvenirs, kleine
Tiere und viele andere Dinge. Alles konnte man in den Souks finden. Die
Händler machten die Preise meist doppelt so hoch, wie sie tatsächlich
waren. Wer noch nicht zu handeln verstand hatte Pech gehabt, denn er wurde
regelrecht "über den Tisch" gezogen. Wer aber gut zu verhandeln
wusste, der konnte für wenig Geld viele schöne Dinge erstehen. Die
Souks waren überdacht, überall sah es ähnlich aus und ohne
Führer war man so gut wie verloren. Es war zutiefst eindrücklich
und faszinierend. Doch am Abend waren wir alle fix und fertig und freuten
uns auf unsere "Betten".

Feilschen auf dem Hohen Atlas
Am nächsten Tag fuhren wir weiter über den Hohen Atlas,
vorbei an Kasbahs und einfachen Berberdörfern, um schlussendlich
in einer Steinwüste zu übernachten. Tags darauf fuhren wir
durch das Dadestal, bekannt als die Route der Kasbahs, vorbei an
schönsten Baudenkmälern und machten Halt, um eine Berberfamilie zu besuchen.
Diese nahm uns sehr gastfreundschaftlich auf, zeigte uns alles und
servierte uns Tee, selbstgebackenes Brot und herrlich mundendes
Olivenöl. Es wäre naiv, dieses Verhalten nur als
gastfreundschaftlich zu bezeichnen, denn schaut man genauer hin,
so sieht man, dass diese Leute nur geschickte Tricks gefunden haben,
um uns Touristen, die sowieso total geblendet sind, um Geld, Geschenke
und so weiter zu bringen. Das ist ja auch ihr gutes Recht, wir müssen
ja nicht darauf hereinfallen. Auch wenn die Zeit mit dieser Familie
wirklich schön und interessant war, sind sie reichlich und ganz
nach ihrem Sinne belohnt worden. Um ehrlich zu sein meine ich bemerkt
zu haben, dass diese Menschen uns mit Recht nicht respektieren.
Es ist halt einfach so, dass sie wesentlich geschickter sind als
wir und wissen was Eindruck auf uns macht. Wir können das oft
nicht genügend bemerken. (Dies ist ein persönlicher Eindruck
der Autorin, der nicht von allen Reiseteilnehmern geteilt wird. Red.)
Trotzdem war es schön, diese fremde Kultur wenigstens für
einen Nachmittag intensiv miterlebt zu haben. Manche Mädchen
bekamen noch Hände und Füsse nach traditioneller Art mit
Henna bemalt. Nach einem herzlichen Abschied fuhren wir weiter nach
Tinerhir, wo wir einen akzeptablen Campingplatz fanden. Am nächsten
Morgen fuhren wir in die Todrha Schlucht. Sie war wirklich sehenswert.
Riesige Felsen die einen Fluss, ein Hotel und eine Strasse einfassten.
Leider war es sehr windig und kalt.
Immer mehr näherten wir uns der Sahara, aber vorerst ging es
weiter durch die weiten rauhen Anfänge der Steinwüste. In
Erfoud trafen wir dann Ali, unseren zukünftigen marokkanischen
Führer, der aber sehr gut Deutsch sprach. Dieser lotste uns dann
durch die für uns vollkommen unübersichtlichen, öden
Flächen der Steinwüste. Es war unerträglich heiss,
ein heftiger Sandsturm tobte und die Fenster konnten nicht geöffnet
werden. Zusehends wurde es auch schwieriger in diesem Sandsturm, dem
vor uns fahrenden Bus zu folgen, da die Sicht kaum mehr als drei Meter
betrug. Die Luft sah richtig orange - farbig aus durch den wirbelnden
Wüstensand. Nach unendlich langer und gewaltig strapaziöser
Fahrt kamen wir endlich im Wüstendorf Merzouga an. Wo wir eine
"Herberge" fanden. Dort gab es bald Abendessen und dann
richteten wir unsere Schlafplätze her. Einige wollten draussen
auf dem Dach schlafen und legten ihre Schlafsäcke dort bereit.
Zum Glück legte sich der Sandsturm, sonst wäre die Nacht
auf dem Dach wohl alles andere als ein Vergnügen geworden.
Nachdem wir nach dem Abendessen der traditionellen Trommelmusik einiger
Berber gelauscht hatten, gingen wir zu Bett.
Gut ausgeschlafen spazierten wir nach dem Frühstück erst einmal
durch die Sanddünen, welche direkt vor dem Haus lagen. Was für
einen ausdauernden Einheimischen vielleicht kein Problem ist, stellt wohl
für einige bequeme Touristen so manche Schwierigkeit dar. Ich, mit
meiner ausgesprochen schlechten Kondition, konnte mich bald kaum noch auf
den Beinen halten. Ausserdem verbrennt einem der heisse Sand die Fusssohlen
und durch das ewige Einsinken und Wegrutschen im Sand, drohte mir eine ganze
Serie von Wadenkrämpfen. Als wir jedoch, fast alle gleichzeitig, auf
einer sehr hohen Sanddüne angekommen waren, sahen wir das erste Mal
die unendlichen Weiten der Wüste Sahara. Weitere grosse Dünen
mit weichen Formen, feiner oranger Sand, strahlendst blauer Himmel, fast
unerträgliche Hitze und weit und breit keine Pflanzen. Wenn man das
erste Mal eine solche Landschaft sieht, ist man schon gewaltig beeindruckt.
Mittags gab es dann das traditionelle Tajine zu essen, welches verschiedene
Gemüsearten, Hammelfleisch und Sosse in einem Tontopf gegart beinhaltete.

Viele Kinder wollten uns ihre selbst gebastelten Puppen verkaufen
Am Nachmittag standen dann vierzehn Dromedare für uns bereit, die
uns wohl die aufregendsten zwei Tage bescheren werden. Tatsächlich
wurden wir moralisch auf einen über zweistündigen Ritt quer
durch die Sahara vorbereitet bis zu einem Berberlager, wo wir die Nacht
verbringen werden. Das Reiten auf einem Dromedar ist wirklich sehr
ungewöhnlich. Man steigt auf das liegende Tier auf, welches dann
mit einem heftigen Ruck, zuerst hinten, dann vorne, aufsteht und einem
fast über seinen Kopf hinüber "katapultiert". Hat
man diesen ersten gefährlichen Vorgang überstanden und sitz
einigermassen sicher auf dem stehenden Dromedar, dann beginnt sich
dieses mit wippenden Schritten in Gang zu setzen.

"Ich hatte es geschafft!"
Diese Art der Fortbewegung ist nun wirklich für seekrank gefährdete
Menschen absolut nicht zu empfehlen. Das Absteigen ist übrigens ebenso
abenteuerlich. Wer sich nicht festhält, wenn das Dromedar in die Knie
geht, dar macht wohl oder übel einen Salto über dessen Kopf. Aber
dennoch, alles in allem macht der ganze Ritt doch einen unheimlichen Spass
und bedeutet eine nie zu vergessende neue Erfahrung. Nachts schliefen wir
dann in schwarzen Berberzelten auf dem Sandboden. Zuvor jedoch erfreuten uns
die Berber mit einem Abendessen. Diese aber führte bei mir zu einer
leichten Magen - Darm Infektion. Bevor wir uns schlafen legten lauschten wir
einmal mehr den traditionellen Gesängen, eine tolle Touristenattraktion.
Nach dieser Nacht sahen wir uns frühmorgens von einer hohen Sanddüne
den Sonnenaufgang an. Es war ganz nett, aber nicht gerade atemberaubend.

Frühstück in der Wüste
Nach dem Frühstück ritten wir auf den Dromedaren zurück zu
unserem Basislager. Bald machten wir uns auf den Weg. Nach einer langen
Autofahrt gelangten wir zu den Quellen von Meski, wo es einen Campingplatz gab.
Dieser Campingplatz gefiel mir total gut, auch wenn er typisch touristisch war,
hingegen die Duschen und Toiletten absolut unmöglich. Trotzdem wirkte er
gepflegt mit seinem Pool und dem Restaurant.
Am nächsten Tag fuhren wir eigentlich auch fast den ganzen Tag, bis zu einem
See im mittleren Atlas. Da dieser so hoch lag, war es echt eiskalt. Wir zelteten
unter freiem Himmel und sassen noch im Dunkeln um ein wärmendes, gemütliches
Lagerfeuer. Wir machten sogar Bekanntschaft mit einheimischen Kindern.
Das Frühstück morgens am See war wirklich gemütlich. Wir fuhren jedoch
bald weiter und machten einen Zwischenstopp in einem Zedernwald, in dem Affen lebten.
Wir fütterten sie und spielten etwas mit ihnen. Ich fand sie jedoch ausgesprochen
unsympathisch. Die Fahrt ging weiter und am späteren Nachmittag erreichten wir
endlich einen doch recht schönen Campingplatz in Fes. Nachdem eine Diskussion mit
den Lehrern stattgefunden hatte, die Stimmung begann etwas zu sinken, assen wir bald
zu abend und gingen dann schlafen. Am nächsten Morgen gab es schon gegen 7 Uhr
Frühstück. Heute wollten wir die Souks von Fes besuchen. Als dann auch bald
Achmed unser Führer, der uns durch die Souks leiten sollte, eintraf, fuhren wir
zuerst an einen Platz, von dem aus man ganz Fes überblicken konnte. Es war echt
gigantisch. Nachdem wir noch in einer Mosaikwerkstatt waren, fuhren wir endlich ins
Zentrum von Fes. Es war total riesig, chaotisch und interessant. Als uns Achmed zuerst
in ein Gerberviertel führte, kam uns zuerst ein wahnsinniger Gestank der Gerbermittel
und Farben entgegen. Doch dagegen gab es einen wirksamen Schutz: man musste sich nur
ein paar Pfefferminzblätter in die Nase stecken. Wir standen auf einem grossen
Balkon eines Lederwarenladens und konnten einen grossen Platz überschauen, auf
dem sich unzählige Kessel, gefüllt mit roten, braunen und hellen
Flüssigkeiten befanden. Darin lagen die Felle oder Tierhäute und Männer
stampften mit nackten Füssen darin herum. Als wir dann im Souk weitergingen, war
ich echt froh, nicht mehr von diesen unangenehmen Gerüchen belästigt zu werden.
Der Souk von Fes wirkte auf mich viel grösser und weiträumiger als der von
Marrakesch. Aber mir fehlte etwas das gemütliche und spannende der gedrängten
Stände. Trotzdem war es total beeindruckend und wunderschön. Als wir spät
abends glücklich, aber erschöpft auf dem schon dunklen Campingplatz ankamen,
fielen wir bald todmüde in die Betten. Der Tag war wirklich anstrengend.
Am nächsten Tag stand wieder eine Führung auf dem Programm. Diesmal fuhren wir
zu einem Wallfahrtsort namens Moulay Idris. Ein sehr kleiner aber interessanter heiliger
Ort für die Muslime mit engen Strassen und vielen Verkaufsständen. Als ich
mich dann jedoch voller Appetit auf den dort angebotenen türkischen Honig stürzte,
fühlte ich mich, wie wenn ich ein Stück Seife zu mir genommen hätte.
Das war aber auch der einzige Nachteil. Unser Führer sprach ganz gut deutsch und
wusste einiges über die Stadtgeschichte zu berichten. Es war allerdings so heiss,
dass wir die Hitze oft kaum mehr ertragen konnten. Das Abendessen nahmen wir gemütlich
in einem Ort der Asilah hiess und direkt am Meer lag ein.
Nachdem wir lange ausgeschlafen hatten, genossen wir erst einmal das Meer, ohne dabei
die unzähligen Algenschwärme zu beachten, die uns entgegen gespült wurden.
Nach einem entspannenden Vormittag machten wir uns noch ein letztes Mal auf, um die vielen
kleinen Läden und Stände in Asilah zu besuchen. Wir schauten uns noch einmal
alles in Ruhe an, kauften einige Dinge und wussten, dass dies wohl der letzte Tag in
Marokko sein würde.
Als wir am nächsten Morgen aufbrachen, geschah dies bei manchen sicher mit etwas
Wehmut. Unterwegs, mitten auf der Strasse, fiel plötzlich eine kleine rote Katze
aus dem Motorraum des Busses, der vor uns fuhr. Sie war wohlauf dem Campingplatz dort
hinein gelangt. Wir nahmen das völlig verängstigte Kätzchen mit. Nach
einer mehrstündigen Fahrt über die Küstenstadt Tanger kamen wir am
völlig überfüllten und chaotischen Zoll an. Ich traute meinen Augen
und Ohren nicht, als ich auch klägliche Schreie aus dem Motorraum hörte,
wo wir dann ein weiteres kleines, graues Katzenbaby ans Tageslicht beförderten.
Na ja, mit zwei verschreckten Miezchen im Bus, die wir vor den Zöllnern stets
gut verstecken mussten, passierten wir nach langer Zeit die Grenze und begaben uns
auf die Fähre. Unterwegs verbrachten wir noch eine Nacht in Spanien, dann hatte
uns das Centre wieder.
Im Rückblick kann ich nur sagen: die Reise war viel besser als erwartet. Leider
hatten wir viel zu wenig Zeit, länger an schönen Orten zu verweilen.
Ich glaube, viele von uns sehen doch recht zufrieden auf die 3 Wochen zurück.
Fee
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"Wenn ich geahnt hätte, dass ich im Centre so viele schöne Erlebnisse
haben werde, hätte ich mich nie gegen einen Aufenthalt gesträubt. Heute
schäme ich mich dafür.
Heute bereue ich es auch, dass ich bei meinem Aufenthalt viel zu sehr mit mir selber
beschäftigt war, um die verschiedensten Eindrücke wirklich in mir aufzunehmen
und ich verpasste es auch, so zu lernen, wie es sich gehört!"
(Nachruf einer Schülerin)
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