Hochzeit im Centre - Ein Riesenfest


Am 8. Juni 2002 fand hier im Centre de Formation ein grosses Fest statt, die Hochzeit von Felicia Scherer und Michael Greh. Schon Monate vorher begannen die Vorbereitungen. Geschirr und Möbel wurden bestellt. Der ganze erste Stock des Hotels wurde neu renoviert und eingerichtet. Alle waren sehr gespannt auf die Trauung, vor allem der Brautvater. Trotz der stressigen Vorbereitungen lief alles sehr gut. Das Brautpaar reiste schon zwei Wochen vorher an, um bei den Vorbereitungen zu helfen. Geschirr wurde gewaschen, es wurde dekoriert und es wurden Blumen bestellt. Endlich ging es los. Nach und nach kamen immer mehr Gäste und die Hotelzimmer füllten sich. Die Schülergruppe übte mit Marion und Helena fleissig am "Ave Verum". Die vielen stressigen Gesangsstunden hatten Spass gemacht. Am Freitagabend, als alle Gäste eingetroffen waren, gab es ein feines Nachtessen: Eine riesengrosse Paella!

    Obwohl das Wetter nicht so gut war, verlief der Abend sehr schön. Wir Schüler waren für den Abwasch zuständig. Als wir schon dabei waren Ordnung zu machen, kam Raffael, der Koch vom Centre, mit einem grossen flambierten Eis. Dieses schmeckte allen sehr gut und sorgte für eine noch bessere Stimmung.

    Der Samstag, der Tag der Trauung, brach an. Schon am Morgen kam Nervosität auf. Wir Schüler durften für die Gäste einen grossen Brunch zubereiten. Zu dieser Zeit liefen an allen Ecken und Enden die restlichen Vorbereitungen noch auf Hochtouren. In der Küche sah man Raffael die letzten Vorbereitungen treffen. Die Zeremonie rückte näher. Wir Schüler trafen uns, schön gekleidet, eine Stunde vor der Trauung nochmals, zur letzten Probe mit dem Orchester. Die Trauung fand in einem grossen Zelt statt, welches zu einer wunderschönen Kirche umgestaltet wurde. Nun kamen auch Gäste vom Dorf, alle festlich gekleidet. Das liebevoll ge­schmückte Kirchenzelt füllte sich bis auf den letzten Platz. Die Braut wurde in Tautavel, wo sie sich angekleidet und bereit gemacht hatte, abgeholt. Der Bräutigam wartete nervös vor dem Zelt.


Der "supernervöse" Bräutigam

    Die Trauung wurde von einem Priester der Christengemeinschaft vorgenommen, welcher mit seiner Frau aus Deutschland angereist war. Ausser den vielen Hochzeitsgästen im Zelt, wartete auch ein Orchester aus Per­pignan. Dann trafen die letzten katalanischen Gäste ein, ja sogar der Oberbürgermeister von Tautavel und die beiden Stellvertreter mit ihren Frauen kamen zum Hochzeitsfest. Das hatte auch uns Schüler sehr ge­freut und ich möchte mich dafür nochmals bedanken.


Die Ankunft der Braut

    Alle warteten gespannt. Auf einmal erklang der Hochzeitsmarsch aus dem Lohengrin von R. Wagner. Als wir uns umdrehten, sahen wir die wunderschöne Braut in ihrem bezauberndem Kleid aus dem Auto steigen. Von ihrem Vater (Gregor Scherer) wurde sie zum bereitstehenden Altar geführt. Die Zeremonie begann. Als erstes wurden beide gefragt, ob sie sich heiraten möchten. Darauf gab der Priester jedem von ihnen einen Stock, die oben zusammenge­bunden wurden. Die zwei Stöcke sollten den Lebensweg von beiden zeigen, die nun miteinander verbunden werden. Als dieses passierte, san­gen wir das Ave Verum von W. A. Mozart. Zum Schluss wurde noch das Vaterunser gesprochen und dann klang die Trauung aus mit einem festlichen Orchesterstück. Wir waren alle sehr ergriffen, von der würdigen Feier. Vor allem der Brautvater, der tränenüberströmt seine Tochter in die Arme nahm.


Das Brautpaar mit dem Pfarrer Hr. Andreas von Wehren

    Nach den vielen Glückwünsche an das Brautpaar ging es durch den Regen zum Phototermin. Aber wie man so schön sagt: Regnet es bei der Hochzeit, gibt es Sonnenschein in der Ehe. Ich drücke dem Brautpaar auf jeden Fall ganz fest die Daumen.

    Am Eingang des Internates stellten wir uns alle auf. Ein Photograph aus einem Nachbardorf (Estagel) machte viele verschiedene Photos. Alle Hochzeitsgäste, nur das Brautpaar, Brautpaar mit Eltern, Brautpaar mit Pfarrer und Frau, Brautpaar mit Trauzeugen usw.


Die Hochzeitsgesellschaft

    Anschliessend machten sich alle auf den Weg in unser Klassenzimmer und in den Seminarraum, wo ein Apéro auf uns wartete. Der Apéro wurde von einem katalanischen Ehepaar aus Tautavel vorbereitet. Während des Apéro kamen wir Schüler kurzfristig auf die Idee noch ein Lied für den Abend richtig einzustudieren, das Alleluja. So gegen 19:30 Uhr machten wir uns dann auf den Weg in den Saal, wo uns ein enormes Festbankett und ein Abendprogramm erwartete. Der Abend begann damit, dass Gre­gor eine Ansprache hielt. Darauf folgte ein hebräisches Lied von der Schwester des Bräutigams. Anschliessend wurde die Vorspeise eröffnet, wo viele verschiedene Meeresfrüchte und andere Leckereien jeden Ge­schmack erfreuen konnte. Wir Schüler wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die eine servierte die Vorspeise, die andere die Hauptspeise. Zum servie­ren gehörte Weinflaschen öffnen, Wasserflaschen bringen und schauen ob alle gut bedient sind.

    Trotz des vielen stressigen Hin- und Herlaufens, machte es uns Spass. Nun wurden die Gruppen getauscht und die Hauptspeise wurde aufge­tischt. Bevor die Hauptspeise aber eröffnet war, hatte Gabriela Scherer, Tochter von Gregor, noch ein Lied vorgesungen. Danach kamen wir dann mit unserem Kanon.

    Zur Hauptspeise gab es eine grosse Auswahl von verschiedenen Fleisch­sorten, Pasteten, Gemüseplatten, Nudelsorten usw. Man fand fast alles was das Herz verlangte. Ein Orchester begleitete das Essen mit schöner Tafelmusik und danach spielte es zum Tanze auf.


Ein Orchester sorgte für gute Laune

    Nach einem reichhaltigen Käsebüffet folgten die verschiedensten Nachspeisen: Mousse au Chocolat, Obstplatten, Crème Catalane und eine grosse Hochzeitstorte aus Windbeuteln.


Eine riesige Gondel war die Hochzeitstorte

    Vorher aber gab es kleine Programmeinlagen. So hielt der Vater vom Bräutigam eine sehr schöne Rede. Nach dem Essen, als die Bäuche ge­füllt waren, erklang Tanzmusik. Das Orchester spielte noch bis tief in die Nacht hinein. Langsam verschwanden einzelne in ihren Zimmern, und nach und nach klang der wunderschöne Tag aus. Ein paar Schüler machten noch den Abwasch fertig, räumten auf und so ging auch für sie der Tag zu Ende. Am Sonntag durften wir etwas länger schlafen. Nach dem Ausschlafen halfen wir mit, ein leckerer Brunch zuzubereiten. Der restliche Tag verlief mit Ausspannen aber auch mit ein paar Aufräumarbeiten. Für den Sonn­tagabend war ein Grillabend vorgesehen, aber es gab noch so viele Res­ten, dass Raffael mit den Resten noch einmal ein Riesenmenü hervorzau­berte, was wie immer allen herrlich schmeckte.


    Auch am Sonntagabend gab es ein Programm. Dieses wurde von zwei Freunden der Braut gestaltet. Die beiden führten eine schöne Komödien- und Jongliershow auf. Anschliessend machte unser pädagogischer Leiter Henner noch eine Erklärung und Darstellung von sächsisch "ostdeut­schen" Reden. So endete der dritte Tag. Am Montagmorgen reisten viele Gäste wieder ab, andere jedoch blieben noch die ganze Woche. Den Montag verbrachten wir mit Freizeit und mit freiwilligen Arbeiten. Am Abend wurde dann noch ein spontaner Tanzabend gemacht, der mir ganz gut gefallen hat. Ueberhaupt das ganze Hochzeitsfest hatte mir gefallen und bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. So möchte ich mich noch­mals bei allen sehr bedanken die mitgeholfen hatten und dass wir Schüler so etwas miterleben durften. Danke.

Alexandra (genannt Alex)


"Ich hatte noch nie in meinem Leben ein so reichhaltiges Jahr erlebt, wie im Centre. Von abgrundtiefer Traurigkeit, grossen sozialen Aus­einandersetzungen unter den Schülern, intensiver Schulstress bis hin zu den vielen beeindruckenden Erlebnisse, Ausflügen, Feste und anderem mehr. Auch wenn Dir, lieber Gregor, viele das Leben schwer machen, so musst Du wissen, dass ich Dir unendlich dank­bar bin, dass ich im Centre sein durfte. Es war mein schönstes Le­bensjahr!"

Eine Schülerin


nach oben